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Stand März 2010

Artikel aus dem Trierischen Volksfreund 17. März 2010

Das Feuerwehrmuseum wird deutlich teurer

Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

Sollte das Feuerwehrmuseum in Hermeskeil gebaut werden, kostet das 3,6 Millionen Euro. Die neue Schätzung, die einen deutlichen Preisanstieg bedeutet, wurde am Dienstagabend dem Stadtrat vorgelegt. Die Entscheidung, ob der Planung zugestimmt und das Projekt auf den Weg gebracht wird, wurde vertagt.

Hermeskeil. Erst nach den Osterferien wird klar sein, ob die Stadt Hermeskeil an ihrem wichtigsten Bauvorhaben festhält und am "Neuen Markt" das rheinland-pfälzische Feuerwehrmuseum entsteht. Auf Antrag der CDU vertagte der Stadtrat mit drei Gegenstimmen den Grundsatzbeschluss über die Zustimmung zur aktuellen Planung und Kostenschätzung für das Projekt.
 
Fakt ist: Wenn das Feuerwehrmuseum kommt, wird es deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Nach der neuesten Schätzung des Planers Christoph Eiden werden die Gesamtkosten auf 3,66 Millionen Euro klettern. Bislang waren 1,8 Millionen Euro dafür veranschlagt, dass das Gebäude des baufälligen Heimatmuseums umgestaltet und daneben ein Neubau errichtet wird.
 
Allerdings stellte Eiden im TV-Gepräch klar, "dass man nicht von einer Verdoppelung der Kosten sprechen kann". Der aktuelle Preissprung resultiere daraus, dass der Gastronomiebereich (730 000 Euro) in die Gesamtrechnung einfließt. Das war bisher nicht der Fall, weil es zunächst für die Gastronomie einen Investor gegeben hatte. Der Schillinger Geschäftsmann Wolfgang Schäfer hatte sich aber Ende 2008 aus dem Projekt zurückgezogen (der TV berichtete). Nun muss die Stadt den Ausbau der Gastronomie selbst finanzieren und einen Betreiber und Pächter finden. Zudem hat sich inzwischen herausgestellt, dass das Gebäude des alte Heimatmuseums so marode ist, dass zusätzlich 300 000 Euro in die Sanierung gesteckt werden müssen.
 
Zwar machten alle fünf Ratsfraktionen (CDU, SPD, FWG, BFB und Linke) klar, grundsätzlich hinter dem Projekt zu stehen. Auf den Weg bringen wollte die Ratsmehrheit den Bau vorerst aber nicht.
 
Dem Gremium müsse, so Markus Forster (CDU), zunächst ein Gesamtkonzept für die gastronomische Nutzung und die Innenausstattung vorgestellt werden. Außerdem müsse geklärt werden, ob das Land trotz der neuen Zahlen weiterhin 65 Prozent der Kosten übernehmen will. Stadtbürgermeister Udo Moser (BFB) machte sich vergeblich für eine schnellere Entscheidung stark. Er verwies auf den Bahnhofsvorplatz - ein zweites Projekt in Hermeskeil, für das ein Landeszuschuss beantragt ist. "Wenn wir dafür eine Bewilligung bekommen, laufen wir Gefahr, mit der Förderung des Feuerwehrmuseums ins Hintertreffen zu geraten." Außerdem könne er auch in vier Wochen noch keinen Wirt für die Gastronomie präsentieren.
 
Der Förderverein des Museums bedauert die Verzögerung. "Es ist sehr enttäuschend", sagte der stellvertretende Vorsitzende Arnold Eiden. Im Museum sollen historische Uniformen und Fahrzeuge mehr als 100 Jahre Brandschutzgeschichte lebendig machen. Zu den Exponaten der Hermeskeiler Feuerwehr kommen Leihgaben aus dem ganzen Land.

Meinung (des Redakteurs A. Munsteiner vom Trierischen Volksfreund): Wieder in der Warteschleife

Fast ganz Hermeskeil wartet nun schon seit Jahren auf das Feuerwehrmuseum, und es gibt viele, die die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, dass aus diesen Plänen je etwas wird. Nun hat der Stadtrat das fast schon zerredete Projekt noch mal ein Stückchen länger in die Warteschleife geschickt. Nun steht völlig außer Frage, dass der Preisanstieg für den Museumsbau happig und das finanzielle Risiko der Stadt gewachsen ist, weil sie den Gastronomiebereich mangels Investor nun zusätzlich an der Backe hat. Aber: Es gibt vier triftige Gründe, warum die Kommune an ihrem wichtigsten Bauvorhaben festhalten und dafür auch tiefer in die Tasche greifen sollte. Erstens: Es gibt in der Bevölkerung eine große Mehrheit, die hinter dem Museum steht. Zweitens: Der Innenstadtbereich rund um den "Neuen Markt" mit der Ruine des alten Heimatmuseumsgebäudes kann so nicht bleiben und muss so oder so städtebaulich aufgewertet werden. Drittens: Wohl jeder in Hermeskeil sehnt sich nach einer Verbesserung des - vorsichtig formuliert - ausbaufähigen gastronomischen Angebots in der Stadt. Und viertens: Wenn an der Kaserne tatsächlich das Feriendorf Hochwald entstehen sollte, dann muss man den Urlaubern auch etwas bieten, das sie zu einem Besuch in der Innenstadt animiert.

 

 

Artikel aus Rund um Hermeskeil

Entscheidung über Feuerwehrmuseum vertagt

Kosten steigen auf über 3,6 Mio. Euro - enorme Bauschäden am alten Heimatmuseum

Keine guten Neuigkeiten in Sachen Feuerwehrmuseum und Gastronomie am Neuen Markt. Zum einen sind die Kosten gegenüber der ursprünglichen Planung von 1,8 Mio. Euro auf mehr als das doppelte gestiegen. 3.666.116 € soll das Leuchtturmprojekt jetzt kosten. Gründe sind vor allem die marode Bausubstanz des ehemaligen Heimatmuseums und der fehlende Investor für den Gastronomiebereich. Weil Bürgermeister Udo Moser auch noch kein Abschluss mit einem Betreiber vorweisen konnte, wurde die Entscheidung über den aktuellen Stand von Planung und Kostenschätzung bis nach Ostern vertagt.

Als Modell (siehe Bild) existiert es schon, das neue Landesfeuerwehr-Museum mit dem angeschlossenen Gastronomiebereich am Neuen Markt. Erarbeitet hat es der von der Stadt mittlerweile beauftragte Architekt Christoph Eiden. Mit Modell und Bauplan zeigte sich der Stadtrat zufrieden. Probleme bereiten ihm dagegen die neuen Kostenschätzungen, wonach sich die gesamten Baukosten für die Stadt mehr als verdoppeln.

Aktuell und laut Stadtbürgermeister Udo Moser bis zum Schluss durchkalkuliert müssen insgesamt mehr als 3,6 Mio. Euro bewegt werden. Allein der Museumsneubau mit Außenanlagen und Umbau im Obergeschoss des Altbaus wird rund 2,64 Mio. Euro verschlingen. 300.00 Euro sind für die Sanierung der vorhandenen Bausubstanz angesetzt und 730.000 Euro für die geplante Gastronomie im Erdgeschoss.

Die beiden letzten Beträge sind für Verwaltung und Rat neu. Nachdem Hausschwamm im Gebäude vermutet worden war, wurde ein Schadensgutachten erstellt und Statiker nebst Holzgutachter eingesetzt. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich Gott sei Dank nicht. Trotzdem liegen die Schäden am Bau weit über allen bisherigen Voraussagen.

Ganz neu in die Kalkulation aufgenommen werden musste der Gastronomiebereich. Nachdem der Investor IFA vor über einem Jahr nach Querelen mit der Verwaltung abgesprungen ist. muss die Stadt jetzt diesen Teil auch übernehmen. Geplant ist hier der komplette Innenausbau ohne Küchen- und Gaststätteneinrichtung, aber mit Lüftungsanlage und Kühlräumen. Nachdem also vieles dazugekommen ist, was vorher nicht beachtet worden war, konstatierte Planer Eiden, dass der alte Kostenrahmen von 1,8 Mio. "nicht mehr ganz passt."

Markus Forster erklärte für die CDU-Fraktion, dass diese "voll hinter dem Projekt" stehe, das für die Stadt von enormer Wichtigkeit sei und in der Bevölkerung großen Rückhalt finde. Allerdings vermisste er kein Konzept für die Gastronomie. Deshalb beantragte er, die Entscheidung über den Stand der Planung und die Kostenschätzung bis zu einer möglichst bald einzuberufenden neuen Stadtratssitzung zu verschieben. Hier sollte das endgültige Konzept dann vorgestellt und mit genehmigt werden.

Stadtbürgermeister Moser wies auf die Dringlichkeit der Entscheidung hin. Ohne einen verabschiedeten Plan könne kein Förderantrag gestellt werden. "Wir brauchen die Zustimmung des Landes für die erweiterte Planung." Ansonsten werde die Förderentscheidung wohl zwischen Bahnhofsvorplatz und Feuerwehr-Museum fallen, mit offenem Ausgang. Zurzeit sei er mit zwei potentiellen Betreibern für die Gastronomie im Gespräch und er sei optimistisch, einen Betreiber "zu marktgerechten Preisen" zu finden.

Für den Förderverein Feuerwehr-Museum drängte dessen Vorsitzender Bürgermeister Michael Hülpes auf eine schnelle und positive Entscheidung. "Feuerwehrleute aus ganz Rheinland-Pfalz warten auf das Museum. Es ist an der Zeit und richtig, das Projekt in diesem Jahr umzusetzen!"

Auf die Gefahr, bei der Förderung hintan zu stehen, wies Thomas Museler, FWG, hin. Außerdem, "wir brauchen den zusätzlichen Anreiz in der Stadt", sprach er sich für die sofortige Entscheidung aus. Die Gastronomie sei zwar nicht unbedingt Aufgabe der Stadt, als Ergänzung, siehe Hallenbad-Restaurant, jedoch durchaus sinnvoll.

Mit großer Mehrheit schloss sich der Stadtrat dann dem Vertagungsantrag der CDU-Fraktion an. In einer Sitzung unmittelbar nach den Osterferien sollen die Konzepte für Museum und Gastronomie vorgestellt und darüber dann endgültig entschieden werden. (PaGe)

Unser Kommentar (aus Rund um Hermeskeil)

Nachdenken

Baumaßnahmen, vor allem wenns in einen Altbau geht, sind immer für böse Überraschungen gut. So sind die jetzt aufgetauchten und recht happigen Sanierungskosten beim alten Heimatmuseum nur auf den zweiten Blick das große Aha-Erlebnis. Rechnet man allerdings noch den Kostenanstieg beim Museumsneubau und die Übernahme der Baukosten für die Gastronomie dazu, sollte man als Verantwortlicher für die Stadt und ihre Finanzen ruhig nochmals nachdenken.

Eine Alternative wäre zum Beispiel, den Altbau komplett abzureißen, auch wenn dann die bisher angefallenen Instandhaltungskosten von rund 60.000 Euro in den Sand gesetzt wären. Mit einem Neubau wäre man zumindest für absehbare Zeit Probleme mit Reparaturen los.

Man könnte aber auch die ganze Chose an den Nagel hängen. Das wäre zwar schade angesichts der unzweifelhaften Bedeutung des Objekts für die Stadt. Andererseits könnte man sich dann auf die anderen Baustellen im Stadtbild, und davon gibt es mehr als genug, konzentrieren.

Paul Gemmel

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