Die Oldtimer des Feuerwehrmuseums
Mercedes LF 8 (ehemals LLG)
Im Herbst 1995 wurde der Feuerwehr Hermeskeil mitgeteilt, daß angeblich im benachbarten Saarland ein sehr gut erhaltener Feuerwehr-Oldtimer steht, der günstig abgegeben werden sollte. Obwohl sich dies schon recht unwahrscheinlich anhörte, fuhren Hermeskeiler "Oldtimerspezialisten" ins Saarland nach Britten, wo sie auf einem Acker zwischen Büschen und Bäumen ein völlig heruntergekommenes Löschfahrzeug vorfanden. Der Traum vom günstigen Kauf eines gut erhaltenen Löschfahrzeuges war geplatzt, der Zahn der Zeit hat sehr stark an dem alten Auto genagt, überall war Rost, die Scheiben waren zerschlagen, das Holz am Faulen. Man entschied sich recht schnell, daß man dieses Auto nicht will, eine Restauration würde zu arbeitsaufwendig sein. Doch als ein Kamerad in den Motor auf das Typenschild sah, änderte dieser recht schnell seine Meinung. Und dies kam so:
Im August 1943 wurde bei der Amtsfeuerwehr Hermeskeil ein LLG (Leichtes Löschgruppenfahrzeug) in Dienst gestellt, welches für 10.370 Reichsmark angeschafft wurde. Mit diesem Fahrzeug, so berichteten uns alte Kameraden, wurde die Amtsfeuerwehr Hermeskeil im 2. Weltkrieg des öfteren zur Brandbekämpfung ins 40 km entfernte Trier nach Bombenangriffen gerufen, unter anderem auch zur Brandbekämpfung am Trierer Dom. Jedoch als dann im Frühjahr 1945 Amerikanische Soldaten durch Hermeskeil zogen, nahmen sie dieses Fahrzeug mit, seitdem fehlte jede Spur von dem alten LLG. Das einzige, was die Hermeskeiler Feuerwehr noch besitzt, ist der original Kraftfahrzeugbrief von 1943. Und als man dann im Herbst 1995 im Saarland das Typenschild des LLG las, stellten sie fest, daß es sich hierbei genau um den selben Fahrzeugtyp handelt, wie das alte LLG von 1943. Und daher wurde sich dann doch entschieden, das Fahrzeug zu kaufen und zu restaurieren, obwohl es fast völlig zerstört war und mit viel Arbeit verbunden ist. Denn dies war das einzige Löschfahrzeug, was in Hermeskeil mal Dienst tat, jedoch nicht mehr vorhanden ist. Beim Restaurieren wurde sich vorgenommen, es möglichst originalgetreu wieder aufzubauen. Daher erhielt es auch den grauen Anstrich, welcher damals bei Feuerwehrfahrzeugen üblich war. Es ist deswegen eines der wenigen Feuerwehrfahrzeuge mit grauer und nicht mit roter Farbe, was unter anderem den besonderen Wert dieses Fahrzeuges ausmacht.
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1943
Leistung 60 PS
Hubraum 2594 ccm
Höchstgeschw. 90 km/h
Magirus LF 15
Im Jahr 2000 erhielt die Feuerwehr ein Magirus LF 15 geschenkt. Dieses Fahrzeug war in einem schlechten Zustand und noch nicht restauriert.
Das Fahrzeug wurde 1942 gebaut und 1943 von einer saarländischen Wehr für 21.200 RM gekauft, Tag der Erstzulassung war der 6. Februar 1943. Nach den Unterlagen erhielt es 1963 einen baugleichen Austauschmotor, und 1967 erneut einen neuen Motor, diesmal mit 5322 ccm.
Stillgelegt wurde das Fahrzeug 1982.
In den Jahr 2003/04 wurde das Fahrzeug als Brautauto für den damaligen Hermeskeiler Wehrführer Christoph Borresch und seine Frau Veronique restauriert.
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1942
Leistung 80 PS
Hubraum original 4942 ccm, Austauschmotor 5322 ccm
Höchstgeschw. 80 km/h
Magirus TLF 15/48
Das TLF 15/48 ist das erste restaurierte Fahrzeug des Hermeskeiler Feuerwehrmuseums und war bereits auf vielen Oldtimertreffen in ganz Deutschland zu sehen.
1950 erhielt die Amtsfeuerwehr Hermeskeil ein neues Tanklöschfahrzeug, welches für 32.000 DM gekauft wurde. Hierbei handelt es sich um ein Magirus Tanklöschfahrzeug mit einem 2500 Liter Wassertank und einer Pumpe mit einer Leistung von 1500 Liter in der Minute. Angeschafft wurde dieses Fahrzeug unter anderem wegen der vielen Waldbrände, welche durch die damaligen Dampflokomotiven verursacht wurden. Jedoch wurde dieses Fahrzeug auch öfter zur Nachbarschaftshilfe in die umliegenden Gemeinden gerufen, da es eines der ersten Feuerwehrfahrzeuge nach dem Krieg auf dem Hochwald war, zudem das erste mit eingebautem Wassertank. Sehr modern für die damalige Zeit war der bereits eingebaute 80 Liter Schaumtank mit einem in die Pumpe integriertem Zumischer. 1961 erhielt die Feuerwehr Hermeskeil ein neues Tanklöschfahrzeug, und daher wurde das alte an eine Betriebsfeuerwehr im benachbarten Saarland für 9.000 DM verkauft. Hier war es bis 1990 im Dienst, dann wurde es der Feuerwehr Hermeskeil zurückgegeben. In vielen Arbeitsstunden wurde es restauriert und möglichst originalgetreu wieder aufgebaut. Seitdem legte es mehrere tausend Kilometer auf dem Weg zu Feuerwehr-Oldtimertreffen im Nord- und Süddeutschen Raum zurück, Höhepunkt hierbei war die Ausstellung auf der internationalen Brand- und Katastrophenschutzmesse Roter Hahn 1994.
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1950
Leistung 85 PS
Hubraum 5322 ccm
Höchstgeschw. 68 km/h
Magirus DL 23-2
Aufbau und Fahrgestell der Drehleiter DL 23-2 sind beide von Magirus-Deutz. Tag der Erstzulassung ist der 10.4.1952 gewesen. Das Fahrzeug war ursprünglich bei der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern im Einsatz gewesen. Der Anschaffungspreis betrug 48.830,00 DM. Am 25.06.1979 wurde sie an die Feuerwehr Kirchheimbolanden verkauft, wo sie bis Ende der 80er Jahre noch in Dienst stand. Anschließend wurde sie an die Feuerwehr Kaiserslautern zurück gegeben. Von dort erhielt das Feuerwehrmuseum diese Drehleiter und restaurierte sie.
23-2 heißt nicht wie heute üblich, dass eine Steighöhe von 24 Metern bei 2 Metern Abstand zum Gebäude vorhanden ist.
23-2 bedeutet, dass die Leiter eine Höhe von 24 Metern hat, zusätzlich können noch 2 Meter am Ende per Hand vom Feuerwehrmann ausgeschoben werden.
| Zu den technischen Daten: Baujahr 1952 |
Bild der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern. Links Glöckner-Humboldt-Deutz von 1952, rechts Glöckner-Humboldt-Deutz von 1925 |
Magirus TLF 16
Das Fahrzeug wurde 1961 als Nachfolger des TLF 15/48 (siehe oben) von der Feuerwehr Hermeskeil angeschafft. Dort war es bis 1978 in Dienst, da die Feuerwehr Hermeskeil in diesem Jahr ein neues TLF 16 erhielt. Das Fahrzeug ging an die Feuerwehr Reinsfeld, wo es bis 2007 in Dienst war. Bei Außerdienststellung wurde es an das Feuerwehrmuseum übergeben
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1961
Hubraum 10 Liter
Leistung 145 PS
Citroen LF 8
Die Feuerwehr Neuhütten (Verbandsgemeinde Hermeskeil / Rheinland-Pfalz) besaß bis zur Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges TSF-W Anfang der 90'er Jahre ein besonders schönes LF 8. Dies war durch die Nähe zum Saarland möglich. Da nach dem 2. Weltkrieg das Saarland stark mit Frankreich verbunden war, wurden dort Citroens als Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt. Durch die Nähe zum Saarland kam dieses Fahrzeug später nach Neuhütten, wo es viele Jahre seinen Dienst tat. Um es der Nachwelt zu erhalten wurde es nach der Ausserdienststellung an das Feuerwehrmuseum in der Nachbargemeinde Hermeskeil übergeben.
Nach einer Restaurierung im Herbst 2002 ist das Fahrzeug wieder in einem äußerst guten Zustand. Es eignet sich hervorragend als Hochzeitsauto. Wer daran Interesse hat, möge sich bitte bei uns melden.
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1953
Feuerwehrkran FwK 20
Im Herbst des Jahres 2002 erhielt das Rheinland-Pfälzische Feuerwehrmuseum „Feuerpatsche“ Hermeskeil den bei der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern ausgemusterten Feuerwehrkran FwK 20. Bei diesem seltenen Fahrzeug Baujahr 1976 handelt es sich um ein französisches Fabrikat der Firma Richier mit einem Dieselmotor von Berliet. Die Hubkraft des Kranwagens beträgt 20 t.
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1976
Hubraum 5322 ccm
Leistung 180 PS
Gesamtgewicht 23 960 kg
Flugfeldlöschfahrzeug
Im Jahr 2007 erhielt das Rheinland-Pfälzische Feuerwehrmuseum „Feuerpatsche“ Hermeskeil ein nicht nur seltenes sondern auch noch recht gut erhaltenes Exponat. Die Feuerwehr Kasel im Ruwertal übergab ihr altes Tanklöschfahrzeug TLF 24/38 an die Hermeskeiler Feuerwehrhistoriker. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein ehemaliges Flugfeld-Löschfahrzeug, welches bis Anfang der 90’er Jahre auf einem Bundeswehrflughafen bei München seinen Dienst tat. Nach der dortigen Ausmusterung konnte die Feuerwehr Kasel dieses Fahrzeug erwerben. In Eigenleistung wurde es von olivgrün nach rot umlackiert. In Kasel war das Fahrzeug bis 2001 in Dienst.
An den technischen Daten lässt sich gut erkennen, dass es sich bei diesem Koloss um kein „normales“ Feuerwehrfahrzeug handelt. Von dem Magirus Jupiter 6x6 Motor musste das 15,15 Tonnen schwere, dreiachsige Fahrzeug bewegt werden. Neben 3800 Liter Wasser standen auch 400 Liter Schaummittel zur Verfügung, welche bei Bedarf direkt über den auf dem Dach montiertem Wasserwerfer zum Einsatz gebracht werden konnten. Verglichen mit einem modernen Flugfeld-Löschfahrzeug sind dies vielleicht recht geringe Mengen an Wasser und Schaummittel, aber in den frühen sechziger Jahren zählte dieses Fahrzeug zu den modernsten seiner Art. Die Besatzung des Fahrzeuges ist 1/6, wobei neben den drei Wehrmännern im Fahrerhaus vier weitere im Aufbau (Hersteller Gebrüder Bachert) Platz nehmen.
Zu den technischen Daten:
Baujahr 1961

