Restaurierung HRW
Wer Feuerwehrgeschichte hautnah erleben will, kommt am Feuerwehrmuseum in Hermeskeil nicht vorbei. Noch befindet es sich im Industriegebiet, nicht weit von der Flugausstellung entfernt. Geplant ist ein Umzug in ein noch zu bauendes neues Domizil im Herzen der Stadt. In einer alten Lagerhalle präsentiert Museumsleiter Ernst Blasius auf etwa 1500 Quadratmetern elf Fahrzeuge und rund 1700 Feuerwehr-Exponate. Das älteste Fahrzeug ist eine von Hand gezogene Feuerspritze aus dem 18. Jahrhundert. Über 80 Vereinsmitglieder, so Stadtbürgermeister und Vereinsvorsitzender Udo Moser, kümmern sich um die Sammlung und restaurieren. „Das sind Spezialisten mit unterschiedlichem Hintergrund: Die einen kümmern sich um die Uniformen, andere um Orden und Ehrenzeichen und wieder andere um die Vielzahl von Gerätschaften.“
Unter den freiwilligen Helfern ist auch RWE-Mitarbeiter Joachim Malburg. Schon einmal hat er seinen Arbeitgeber RWE Deutschland mit dem Museum zusammengebracht. Damals wurde ein alter Opel Blitz restauriert. Malburg stellte seine Arbeitskraft zur Verfügung und RWE brachte im Rahmen der Mitarbeiterinitiative „Aktiv vor Ort“ 2000 Euro ein. Von dem Geld wurde Arbeitsmaterial für den Wiederaufbau gekauft. Wie auch bei dem Magirus-Hilfsrüstwagen. Museumsleiter Ernst Blasius erläutert, warum das Feuerwehrauto nur zur Hälfte restauriert wird: „Wenn die Besucher unsere Ausstellung besuchen, sehen sie in der Regel perfekt restaurierte Gerätschaften. Am Beispiel des Fahrzeugs aus Dillingen wollen wir unsere Arbeit etwas deutlicher machen.“ Das Ergebnis beeindruckt und verblüfft in seiner Detailtreue immer wieder neu. Ein Paradebeispiel dafür ist ein grau lackierter Mercedes. Es ist ein „leichtes Löschgruppenfahrzeug“, wie es in den 40er Jahren bei der damaligen „Amtsfeuerwehr“ in Hermeskeil Dienst tat. Der Wagen wurde den Museumsfreunden in einem völlig desolaten Zustand angeboten. Nach einer langwierigen Restaurierung war das Fahrzeug dann aber wieder in einem so originalen Zustand, dass eine Filmfirma den Mercedes für die Dreharbeiten zum Film „Die Hindenburg“ anmietete.
Museumsleiter Ernst Blasius legt Wert auf die Feststellung, dass alle Fahrzeuge auch fahrbereit sind. „Fahrten zu Oldtimertreffen, zu denen die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Feuerwehrmuseen einlädt, gehören natürlich dazu. Mit dem Magirus Tanklöschfahrzeug waren wir schon mal in Hamburg, Leipzig und Hannover, mit dem Mercedes auch beim ZDF-Fernsehgarten in Mainz.“ Dass solch weite Strecken den über 60 Jahre alten Fahrzeugen klaglos bewältigt wurden, erfüllt den Museumsleiter sichtbar mit Stolz. Wie auch die Tatsache, dass das Museum einen starken Rückhalt in der Bevölkerung hat. „Da gibt es viele, die zu uns kommen, die keinen direkten Hintergrund als Feuerwehrleute haben.“ Etwa 2000 Besucher, das weist eine kleine Statistik aus, kamen 2010 in das Gewerbegebiet um sich die alten Schätze des Feuerwehrmuseums anzuschauen. Mit dem Umzug in das geplante neue Museum – angepeilt ist der Sommer 2013 – soll sich diese Zahl nach der Vorstellung von Blasius deutlich erhöhen.
